Folgende Projekte, an denen Mitarbeiterinnen des Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung e.V. mitgearbeitet haben, sind inzwischen abgeschlossen:
Ziel des Projektes ist es, die Früherkennung von Kindern, die von einer Entwicklungsstörung oder Behinderung bedroht sind, durch eine Veränderung der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen U6 und U7 zu verbessern. Dabei soll gezeigt werden, dass der verzögerten Wortschatzentwicklung von 24 Monate alten Kindern eine prognostische Bedeutung für die weitere Entwicklung des Kindes zukommt. In enger Zusammenarbeit mit Bielefelder Kinderärzten überprüft das Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung e.V. in diesem Rahmen die Effizienz und Praxistauglichkeit aktueller diagnostischer Verfahren (Elternfragebögen für die Früherkennung von Risikokindern, Grimm & Doil, 2001/2006). Eine ausführliche Projektbeschreibung finden Sie hier hier:
Die Datenerhebung ist abgeschlossen, die Ergebnisse werden in Kürze veröffentlicht.
Projektbeginn: Frühjahr 2004
Projektende: 2009
Das Bielefelder Institut wurde im September 2008 vom Fachdienst Jugendamt der Stadt Oelde/Westfalen damit beauftragt, ein einheitliches Sprachförderkonzept für alle Kindergärten und Kindertagesstätten der Stadt zu entwickeln und zu implementieren.
Das entwickelte Konzept besteht aus drei Komponenten: (1) einer viertägigen Erzieherinnenfortbildung, (2) einem Arbeitskreis zur Erarbeitung von Fördermaterialien und (3) dem Coaching der Erzieherinnen in den Kindergärten, von denen die ersten beiden bereits erfolgreich beendet worden sind.
In der Erzieherinnenfortbildung ging es um die Vermittlung von theoretischem Wissen zum normalen und gestörten Spracherwerb, zum Erwerb einer Zweitsprache im frühen Kindesalter sowie um Ziele und Methoden der Sprachförderung im Kindergarten.
Der Arbeitskreis bestand aus 10 Erzieherinnen und zwei Mitarbeiterinnen des Bielefelder Instituts. Das bei den Treffen erarbeitete Material folgt einer an genau bestimmten Förderzielen orientierten Systematik und besteht aus entsprechend aufbereiteten Handlungsroutinen, Rollen- und Ratespielen, Liedern, Geschichten und Versen.
Im April 2011 wurden auch die Coachings der Sprachförderkräfte durch Mitarbeiterinnen des Bielefelder Instituts beendet. Die Rückmeldungen der beteiligten Sprachförderkräfte und der Kindergartenleiterinnen waren sehr positiv. Um die erreichten Standards auch bei Ausscheiden oder Wechsel der Sprachförderkräfte halten zu können, wünschten sich die Kindergartenleiterinnen eine Wiederholung des gesamten Sprachförderprojekts.
Auf Anregung der Sprachförderkräfte wurde ein Arbeitskreis gegründet, mit dem Ziel in regelmäßigen Abständen in fachlichen Austausch und kollegiale Supervision treten zu können.
Projektbeginn: Oktober 2008
Projektende: Oktober 2010
Wissenschaftliche Begleitung des Landesmodellprojekts zur sprachlichen Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen
Mitarbeiterinnen des Bielefelder Instituts führten unter der Leitung von Frau Univ.-Prof. Dr. Hannelore Grimm (Heidelberg) die Wissenschaftliche Begleitung bei dem Landesmodellprojekt „Sprache Fördern“ des Freistaats Sachsen durch.
Das Projekt startete im Herbst 2007 mit dem Ziel, beispielhaft für sechs Modellkitas, die Möglichkeiten der Sprachförderung im Kindergarten zu untersuchen. Die beteiligten Erzieherinnen sollten im Projekt dazu befähigt werden, den Kindern in der KiTa eine optimal sprachanregende Umwelt zu bieten.
Die Laufzeit des Modellprojekts betrug 4 Jahre (10/2007-09/2011). Träger war das Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH (BBW Leipzig); ein Projektteam im BBW (Dr. Ute Schräpler, Ulrike Kopinke, Lissy Rinneberg-Schmidt) führte das Projekt durch. Zu den Aufgaben der Wissenschaftlichen Begleitung zählten die fachliche Beratung der Projektleitung bei der Entwicklung des Förder- und Fortbildungskonzepts. Der Schwerpunkt der Arbeit lag auf der Evaluation der Wirksamkeit der Maßnahmen.
In der ersten Projektphase nahm das Projektteam eine ausführliche Analyse des IST-Zustandes der Sprachförderaktivitäten in den sechs beteiligten Modellkitas vor (IST-Analyse-Bericht; pdf). Auf der Basis der daraus gewonnenen Erkenntnisse sowie existierender Ansätze zur Sprachförderung wurden in der zweiten Phase ein Förderkonzept sowie ein korrespondierendes Fortbildungskonzept entwickelt.
Anschließend wurde das Förderkonzept in den Modelleinrichtungen in Sachsen erprobt und evaluiert. Zentraler Bestandteil war dabei die Qualifizierungsreihe für die Erzieherinnen. Der im Dezember 2009 erschienene Zwischenbericht fasste erste Ergebnisse des Projekts sowie der Evaluationsuntersuchungen zusammen.
In 2010 erstellten das Projektteam und die Erzieherinnen aus den Modellkitas „Elternbriefe“ für die praktische Arbeit, die gut geeignet sind, um mit Eltern über die Sprachentwicklung ihres Kindes ins Gespräch zu kommen. Die ansprechend gestalteten Elternbriefe können mit einem Foto versehen werden und den Eltern zum Geburtstag des Kindes überreicht werden. Im Brief finden sich allgemeine Informationen über die Sprachentwicklung von Kindern des betreffenden Alters sowie Tipps für sprachförderliche Aktivitäten abgedruckt. Daneben besteht die Möglichkeit, Informationen über die sprachliche Entwicklung des individuellen Kindes einzufügen.
Elternbriefe als Schwarz-Weiß-Vorlagen zum selbst ausdrucken:
Anleitung für ErzieherInnen zur Verwendung der Elternbriefe
Elternbrief für 2-jährige Kinder
Wir empfehlen den s/w- Ausdruck/Kopie auf orangefarbenes Papier!
Außenseite - Innenseite
Elternbrief für 3-jährige Kinder
Wir empfehlen den s/w- Ausdruck/Kopie auf hellblaues Papier!
Außenseite - Innenseite
Elternbrief für 4-jährige Kinder
Wir empfehlen den s/w- Ausdruck/Kopie auf grünes Papier!
Außenseite - Innenseite
Elternbrief für 5-jährige Kinder
Wir empfehlen den s/w- Ausdruck/Kopie auf rotes/rosa Papier!
Außenseite - Innenseite
Elternbrief für 6-jährige Kinder
Wir empfehlen den s/w- Ausdruck/Kopie auf lila Papier!
Außenseite - Innenseite
Farbig gedruckte Elternbriefe können Sie hier online bestellen.
Am 18.05.2011 fand die Abschlusstagung des Projekts in Meißen statt. Dr. Maren Aktas stellte die Ergebnisse der Evaluationsuntersuchungen in einem Vortrag vor. Die Ergebnisse lassen sich grob so zusammenfassen: Die Erzieherinnen haben in vielen Hinsichten von der Fortbildungsreihe profitiert, sie fühlen sich besser informiert, sicherer im Umgang mit sprachförderbedürftigen Kindern und haben in vielen Hinsichten sprachförderliche Verhaltensweisen gelernt. Allerdings gelingt es ihnen noch nicht, dieses Verhaltensrepertoire im Alltag ausreichend häufig umzusetzen. Das heißt, dass die Förderung der sprachförderbedürftigen Kinder noch nicht intensiv und kontinuierlich genug erfolgte, was sich darin zeigte, dass nur für Teilgruppen der Kinder Fördereffekte gemessen werden konnten.
Die detaillierten Ergebnisse sind im Abschlussbericht des Projekts veröffentlicht. Zudem wurde eine Handreichung für Erzieherinnen erstellt. Weitere Publikationen der Ergebnisse sind in Vorbereitung.
Projektbeginn: Oktober 2007
Projektende: September 2011