Ein Grundanliegen des Bielefelder Instituts für frühkindliche Entwicklung e.V. ist es, aktuelles entwicklungspsychologisches Wissen für die Praxis nutzbar zu machen.
Zu diesem Zweck führt das Institut öffentliche Informationsveranstaltungen durch und bietet Fortbildungsveranstaltungen für Fachleute an.
Fortbildungsakademien, Bildungseinrichtungen, Träger von Kindergärten und Schulen bzw. einzelne Kindergärten und Schulen können uns für diese Veranstaltungen buchen. Rufen Sie uns einfach an und vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie eine unserer Fortbildungen für Ihre Einrichtung oder für eine bereits von Ihnen zusammengestellte Teilnehmergruppe buchen wollen. Die Veranstaltungen können sowohl an einem Wochentag als auch am Wochenende stattfinden.
Setzen Sie sich auch mit uns in Verbindung, wenn Sie Interesse an Fortbildungen zu Themen haben, die bislang nicht aufgeführt sind. Wir freuen uns über Anregungen und werden gerne darauf eingehen, wenn die von Ihnen gewünschten Themen in unseren Kompetenzbereich fallen.
Die Weiterbildungsreihe ist als Modulsystem konzipiert und besteht aus einem Basisseminar und zwei Aufbauseminaren, die sowohl kombiniert als auch unabhängig voneinander gebucht werden können.
Tageseinrichtungen für Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter kommt eine wichtige Rolle bei der Früherkennung und frühen Förderung von entwicklungsverzögerten Kindern zu. Oft ist es die sprachliche Entwicklung eines Kindes, die einen ersten Da-stimmt-doch-etwas-nicht-Eindruck bei den ErzieherInnen auslöst. Dies ist kein Zufall, denn nicht nur Störungen der Sprachentwicklung, sondern auch andere Entwicklungsverzögerungen äußern sich darin, dass der Spracherwerb nicht reibungslos vonstatten geht. Dabei bietet der Kindergartenalltag gute Möglichkeiten, um Verdachtsmomente für eine mögliche Entwicklungsstörung zu erkennen. Außerdem ist der Kindergartenalltag ein geeigneter Rahmen, um die sprachliche Entwicklung eines Kindes mit Sprachproblemen zu fördern.
Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, MitarbeiterInnen in Tageseinrichtungen für Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren fundierte Kenntnisse zur Früherkennung und Förderung von Kindern mit sprachlichen und anderen Entwicklungsproblemen zu vermitteln.
Die Veranstaltungsreihe besteht aus drei eintägigen Fortbildungen, die einzeln oder in beliebiger Kombination von einzelnen Einrichtungen für ihr Mitarbeiterteam oder von Einrichtungsträgern für MitarbeiterInnen aus mehreren Tageseinrichtungen gebucht werden können.
In dieser Einführungsveranstaltung werden die Grundlagen des normalen und abweichenden Spracherwerbs vermittelt, und es wird aufgezeigt, warum sich nicht nur Störungen der Sprachentwicklung, sondern auch andere Entwicklungsstörungen in einer verzögerten Sprachentwicklung äußern. Anhand von Fallbeispielen wird aufgezeigt, wie sich eine verzögerte Sprachentwicklung auf die weitere Gesamtentwicklung eines Kindes auswirken kann.
Ferner wird mit den TeilnehmerInnen erarbeitet, welche wichtigen Hinweise für eine mögliche Entwicklungsproblematik im Kindergartenalltag beobachtbar sind, welche Maßnahmen bei einem entsprechenden Verdacht eingeleitet werden sollten und wie man dies den Eltern vermitteln kann.
Unterrichtsumfang: 8 UE zzgl. Pausen
Teilnehmerzahl: max. 14 Personen
In dieser Veranstaltung werden Fragen der Früherkennung und diagnostischen Abklärung von Entwicklungsproblemen bei Kindern im Kleinkind- und Vorschulalter vertieft. Dabei wird erarbeitet, wie ErzieherInnen im Kindergarten mit Eltern, KinderärztInnen und ggf. weiteren Fachleuten zusammenarbeiten können, um einen Verdacht auf eine mögliche Entwicklungsstörung so früh wie möglich und fachlich fundiert abzuklären.
Welche diagnostischen Maßnahmen sollten eingeleitet werden, wenn Eltern oder ErzieherInnen eine Entwicklungsproblematik vermuten? Welche Empfehlungen sollten Eltern hier von Seiten des Kindergartens erhalten? Was wird bei einer entwicklungspsychologischen Untersuchung gemacht? Woran erkennt man eine fundierte Entwicklungsdiagnostik?
Ferner werden in dieser Veranstaltung wissenschaftlich überprüfte Früherkennungsinstrumente vorgestellt, die auch von ErzieherInnen im Kindergarten benutzt werden können, um Risikokinder für Entwicklungsprobleme und spätere Schulprobleme erkennen zu können.
Unterrichtsumfang: 8 UE zzgl. Pausen
Teilnehmerzahl: max. 14 Personen
Der Kindergartenalltag bietet besonders gute Möglichkeiten, um Kinder, die Schwierigkeiten beim Erwerb der Sprache haben, ergänzend zur logopädischen Einzeltherapie auch im Gruppenrahmen zu fördern. In diesem Seminar wird kein spezielles Programm vorgestellt. Vielmehr wird erarbeitet, wie sich - ausgehend von den spezifischen Schwierigkeiten sprachentwicklungsverzögerter Kinder - der normale Kindergartenalltag systematisch so strukturieren und gestalten lässt, dass er sowohl der Förderung dieser Kinder dient als auch Migrantenkindern, die Unterstützung beim Erwerb der deutschen Sprache benötigen.
Unterrichtsumfang: 8 UE zzgl. Pausen
Teilnehmerzahl: max. 14 Personen
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Mit der Einführung des neuen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in NRW werden deutlich mehr Kinder unter drei Jahren als bisher in Kindertageseinrichtungen betreut. Dies erfordert, dass die Tageseinrichtungen sich auch fachlich auf diese neuen Anforderungen einstellen müssen.
In dieser Fortbildungsveranstaltung soll es um Tagesbetreuungsangebote für Kinder bis zum Alter von 3 Jahren gehen. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollen grundlegende entwicklungspsychologische Kenntnisse über ausgewählte Bereiche der frühkindlichen Entwicklung bei entwicklungsunauffälligen und behinderten Kindern mit einem Entwicklungsstand zwischen 6 und 30 Monaten vermittelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei zentrale Entwicklungsschritte in den Bereichen soziale Entwicklung, kognitive Entwicklung sowie Kommunikations- und Sprachentwicklung.
Auf der Grundlage des vermittelten Wissens sollen gemeinsam mit den TeilnehmerInnen Konsequenzen für Arbeit in den Tageseinrichtungen abgeleitet werden.
Unterrichtsumfang: 16 UE
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In dieser Veranstaltung wird das "Sprachscreening für das Vorschulalter" (SSV, Grimm, 2003) vorgestellt, mit dem drei- bis fünfjährige Kinder, deren Sprache nicht altersgemäß entwickelt ist, erkannt werden können. Damit eignet sich das Verfahren u.a. für den Einsatz in vorschulischen Einrichtungen.
In der Fortbildung wird das SSV vorgestellt und es wird erläutert, welche theoretischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse dem Verfahren zugrunde liegen. Im Zentrum des Seminars wird die praktische Durchführung und Auswertung des SSV stehen, so dass die TeilnehmerInnen es anschließend selbstständig durchführen können. Schließlich wird anhand von Fallbeispielen diskutiert, welche Bedeutung es hat, wenn ein Kind im Sprachscreening als auffällig eingestuft wird und wie das weitere Vorgehen in diesem Fall aussehen sollte.
Die Teilnehmerzahl ist auf 4 Personen pro Termin begrenzt, um ein intensives Training gewährleisten zu können.
Nach einigen Monaten, wenn das Screening in der Praxis angewendet worden ist, wird ein zweistündiges Reflexionsseminar stattfinden. Darin sollen die Erfahrungen, die die TeilnehmerInnen als TestleiterInnen gemacht haben, in einer Gruppe von maximal 10 TeilnehmerInnen diskutiert werden. Vor allem sollen alle "Problemfälle", die bei der Untersuchung oder bei der Auswertung aufgetaucht sind, konkret besprochen werden.
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Der erste KiTa-Tag ist für die meisten Kinder eine große Herausforderung – vor allem dann, wenn sie in ihrer Familie mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind. Neue Räume, neue Menschen, neue Regeln, neue Spiele, …. und eine neue Sprache! Um bis zur Einschulung die grundlegenden Regeln der deutschen (Zweit-)Sprache meistern zu können, benötigen die Kinder eine systematische Unterstützung durch die neuen Bezugspersonen – nämlich Sprachförderung. Diese sollte entwicklungslogisch, alltagsintegriert und spielerisch sein.
In der eintägigen Fortbildung wird zunächst der Entwicklungsverlauf der Erst- und Zweitsprache vorgestellt. Auf dieser Basis werden gemeinsam alltagstaugliche Sprachförderprinzipien erarbeitet, die in den jeweiligen Entwicklungsphasen besonders gut geeignet sind, um die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder auszubauen. Es handelt sich dabei nicht um ein Sprachförderprogramm sondern vielmehr um eine Systematik, mit deren Hilfe sprachförderliche Verhaltensweisen, Lieder und Spiele gezielt eingesetzt werden können. Neben der Sprachförderung im Gruppenalltag werden auch die Grundpfeiler der Kleingruppenförderung und Elternzusammenarbeit besprochen.
Unterrichtsumfang: 8 UE zzgl. Pausen
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In dieser Fortbildung wird erarbeitet, wie ErzieherInnen Risikokinder für Lese-Rechtschreibschwierigkeiten bereits vor der Einschulung erkennen können.
Im ersten Teil der Fortbildung werden die theoretischen Grundlagen des Bielefelder Screenings zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (BISC) erarbeitet: Wie lernen Kinder Lesen und Schreiben? Was ist eine Lese-Rechtschreib-Störung und wo liegen die Ursachen für Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb? Welches sind wichtige Vorläuferfähigkeiten für den Schriftspracherwerb, die bereits im Vorschulalter erworben werden? Im zweiten Teil der Fortbildung wird das BISC vorgestellt, mit dem Kinder, die Gefahr laufen, später Probleme beim Erwerb des Lesens und Schreibens zu entwickeln, im Kindergarten erkannt werden können. Die TeilnehmerInnen werden in praktischen Übungen darin geschult, das BISC zuverlässig durchzuführen und auszuwerten.
Die Teilnehmerzahl ist auf 4 Personen begrenzt, um die Anwendung des BISC intensiv trainieren zu können. Die Kosten für die Fortbildung betragen bei 4 TeilnehmerInnen 150 Euro pro Person.
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Lesen- und Schreibenlernen beginnen nicht erst in der Schule, vielmehr knüpfen Kinder beim Schriftspracherwerb an schon Gelerntes an. Auch die Wurzeln für viele schulische Probleme beim Lesen und Schreiben liegen schon in der Vorschulzeit.
Eine wesentliche Vorläuferfähigkeit für den Erwerb der Schriftsprache ist die sogenannte phonologische Bewusstheit, d.h. die Fähigkeit, mit der klanglichen Struktur von Sprache umgehen zu können. So können die meisten Vorschulkinder i.d.R. Reime erkennen oder Wörter in Silben zerlegen. Das Würzburger Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen. Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter“ zur Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb setzt hier an. In vielfältigen Übungen zur phonologischen Bewusstheit lernen Vorschulkinder in spielerischer Weise, die lautliche Struktur der gesprochenen Sprache zu erkennen. Das Programm beginnt mit Lauschspielen zum Üben des genauen Hinhörens, fährt fort mit Reimübungen und führt dann die Einheiten Satz, Wort und Silbe ein. Schließlich werden der Anlaut und einzelne Laute im Wort bewusst gemacht. Eine Reihe von Untersuchungen hat gezeigt, dass den Kindern auf diese Weise der nachfolgende Schriftspracherwerb in der Schule wesentlich erleichtert wird.
Ergänzend hierzu haben die in dem Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen 2“ enthaltenen Sprachspiele das Ziel, Kindern das Prinzip der Buchstaben-Laut-Verknüpfung und damit die Grundlage unseres alphabetischen Systems, nahe zu bringen. In spielerischer Form werden Laute und Buchstaben miteinander verknüpft. Denn Forschungsergebnisse zeigen, dass Vorschulkinder, die ein erhöhtes Risiko für Schwierigkeiten beim Erwerb des Lesens und Rechtschreibens in der Schule haben, von einem kombinierten Training, das sowohl die phonologische Bewusstheit als auch die Buchstabenkenntnis fördert, am meisten profitieren. Eine entsprechende Frühförderung bereitet Vorschulkinder auf den Schriftspracherwerb vor und ermöglicht ihnen einen besseren Start in der Schule.
In dieser Fortbildung werden wir uns in einem ersten theoretischen Teil mit den Grundlagen des normalen und gestörten Schriftspracherwerbs und insbesondere auch mit den wesentlichen Vorläuferfähigkeiten für das Lesen- und Schreibenlernen befassen. Nach einer Einführung in die Struktur der beiden Trainingsprogramme steht das praktische Einüben und Ausprobieren von Übungen aus den beiden Programmen im Zentrum.