Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung, Diagnostik und Intervention e. V.

Angebote für den heilpädagogischen und (sprach-) therapeutischen Bereich

Ein Grundanliegen des Bielefelder Instituts für frühkindliche Entwicklung e.V. ist es, aktuelles entwicklungspsychologisches Wissen für die Praxis nutzbar zu machen.

Zu diesem Zweck führt das Institut öffentliche Informationsveranstaltungen durch und bietet Fortbildungsveranstaltungen für Fachleute an.

Fortbildungsakademien, Bildungseinrichtungen, Träger von Kindergärten und Schulen bzw. einzelne Kindergärten und Schulen können uns für diese Veranstaltungen buchen. Rufen Sie uns einfach an und vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie eine unserer Fortbildungen für Ihre Einrichtung oder für eine bereits von Ihnen zusammengestellte Teilnehmergruppe buchen wollen. Die Veranstaltungen können sowohl an einem Wochentag als auch am Wochenende stattfinden.

Setzen Sie sich auch mit uns in Verbindung, wenn Sie Interesse an Fortbildungen zu Themen haben, die bislang nicht aufgeführt sind. Wir freuen uns über Anregungen und werden gerne darauf eingehen, wenn die von Ihnen gewünschten Themen in unseren Kompetenzbereich fallen. 

Sprachdiagnostik bei mehrsprachigen Kindern

Die Sprachdiagnostik bei mehrsprachigen Kindern stellt eine Herausforderung dar. Es ist nicht leicht herauszufinden, ob ein mehrsprachig aufwachsendes Kind eine Spracherwerbsstörung aufweist, oder ob es „nur“ noch nicht gut genug Deutsch gelernt hat. Hinzu kommt, dass es bislang keinen "diagnostischen Standardweg" gibt. Da die Sprachbiografien der Kinder sehr individuell sind, müssen bei jedem Kind viele diagnostische Informationen eingeholt werden. Wir wollen in diesem Seminar den „gordischen Knoten“ entwirren: Welche Kennzeichen sprechen für eine Spracherwerbsstörung? Wie kann ich diese erfassen? Wie erfasse ich die Deutschkenntnisse der Kinder am besten? Wir werden uns dazu verschiedene Testverfahren und deren Aussagekraft bei mehrsprachigen Kindern anschauen.
Es stellt sich dabei auch die Frage, wie bereits kleine Fortschritte festgehalten werden können, die bei der reinen Betrachtung von Normwerten verloren gehen.  Und schließlich werden wir erarbeiten, wie die erhobenen Informationen auf der Basis sprach- und entwicklungstheoretischer Erkenntnisse zu bewerten und abzuwägen sind. Interkulturelle Aspekte der Elternarbeit sowie Konsequenzen für die Förderung werden angeschnitten.

Die Fortbildung richtet sich vorrangig an praktizierende Logopäd*innen und Sprachtherapeut*nnen sowie Sonderpädagog*nnen. Es können gerne eigene Fallbeispiele eingebracht werden.

Unterrichtsumfang: 8 UE zzgl. Pausen

Die Kosten für die Fortbildung betragen 195 Euro pro Person.

» zur Online-Anmeldung

» Nehmen Sie Kontakt mit der Ansprechpartnerin auf

Maßgeschneiderte standardisierte Diagnostik bei Kindern mit geistiger Behinderung: Kein Ding der Unmöglichkeit

Kinder mit geistiger Behinderung stellen Diagnostiker vor eine Herausforderung: Wie können die (vor-)sprachlichen Fähigkeiten zuverlässig eingeschätzt werden? Kann man Testverfahren bei diesen Kindern überhaupt einsetzen? Wenn ja, welche Erkenntnisse gewinnt man?

In dieser Veranstaltung wird ein diagnostischer Ansatz vorgestellt, der auf dem Einsatz standardisierter Tests bei Kindern mit geistiger Behinderung basiert und anhand der sprachlichen Fähigkeiten von Kindern mit Down-Syndrom entwickelt wurde. Hierbei werden standardisierte Sprachtests (SETK-2; SETK 3-5) flexibel so kombiniert, dass das Entwicklungsniveau des Kindes "maßgeschneidert" erfasst wird. Die vorgeschlagene zweistufige Auswertung ermöglicht neben der Angabe eines sprachlichen Referenzalters eine differenzierte Analyse der individuellen Kompetenzen.

Die Anwendung des diagnostischen Vorgehens wird intensiv praktisch erprobt. Anhand von Fallbeispielen wird erarbeitet, wie Testergebnisse interpretiert und für die Therapieplanung genutzt werden können. Die theoretischen Annahmen, die dem Testkonzept zugrunde liegen, sowie aktuelle Forschungsbefunde zur Sprachentwicklung geistig behinderter Kinder (Schwerpunkt: Down-Syndrom) bilden den theoretischen Rahmen der Fortbildung.

Unterrichtsumfang: 16 UE

Das Seminar findet als online-Veranstaltung statt. Gegliedert ist es wie folgt: 1 Tagesseminar (8UE; 9-16.00 Uhr), eine Selbstlerneinheit / Erprobung in eigener zeitlicher Regie, 1 Nachmittags/Abendveranstaltung (17-20.00 Uhr). Die Kosten für das Seminar betragen 295 Euro pro Person.

Termine / Online-Anmeldung

» Nehmen Sie Kontakt mit der Ansprechpartnerin auf

Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern im Vorschulalter

Jede therapeutische Intervention setzt eine sorgfältige Diagnostik voraus, wobei  testpsychologischen Verfahren eine besondere Bedeutung zukommt.

Im deutschen Sprachraum sind in den letzten fünf bis zehn Jahren Instrumente auf den Markt gekommen, die eine zuverlässige Erfassung unterschiedlicher sprachlicher Fähigkeiten erlauben, wie der Sprachentwicklungstests für zweijährige Kinder (SETK-2, Grimm, 2000) bzw. der Sprachentwicklungstest für drei- bis fünfjährige Kinder (SETK 3-5; Grimm, 2001), der Aktive Wortschatztest für 3-5jährige Kinder - Revision (AWST; Kiese-Himmel, 2005), oder der Test zur Überprüfung des Grammatikverständnisses (TROG;. Fox, 2006) um nur einige Beispiele zu nennen. Diese Verfahren sollen vorgestellt und kritisch gewürdigt werden.

Im ersten Teil der Veranstaltung wird der aktuelle Forschungsstand zur normalen und gestörten Sprachentwicklung dargestellt. Welche frühesten Anzeichen für die Ausbildung einer Sprachentwicklungsstörung existieren? Welche Ursachenannahmen werden diskutiert? Welche sprachlichen Merkmale von Kindern sind zu welchem Alterszeitpunkt für die Diagnostik von Sprachstörungen besonders relevant?

Im zweiten Teil der Fortbildung werden die Sprachtests – teilweise durch Videobeispiele unterstützt - vorgestellt. Dabei werden besondere Schwerpunkte auf die entwicklungspsychologische Fundierung dieser Tests sowie – anhand von Fallbeispielen - auf ihre diagnostische Aussagekraft gelegt. Neben der formalen Auswertung von Testergebnissen, werden insbesondere Überlegungen angestellt, wie die Ergebnisse in die Therapieplanung einzubeziehen sind.

Darüber hinaus werden viele die grundlegende Prinzipien besprochen, die für die Anwendung aller standardisierten Tests gelten: Was ist eine testpsychologische Untersuchung, welche Hinweise kann sie ergänzend zur Beobachtung und zu Spontansprachanalysen geben und wann ist sie unverzichtbar?

Unterrichtsumfang: 8 UE (auch als zweitägige Veranstaltung möglich)

» zur Online-Anmeldung

» Nehmen Sie Kontakt mit der Ansprechpartnerin auf

Das Einmaleins der Testdiagnostik – Wie finde ich die richtigen Tests und wie wende ich sie an?

Viele praktisch tätige Logopäden begegnen standardisierten Testverfahren mit einer gewissen Skepsis. Andererseits steigt der Druck, die Ergebnisse der Sprachdiagnostik „hieb-und stichfest“ belegen zu können. Entscheidet man sich für den Einsatz von Testverfahren, so entstehen neue Fragen:

Wie finde ich den richtigen Test für meine Fragestellung und wie führe ich ihn fachgerecht durch? Wie werte ich Tests aus? Was sind Normwerte und wie bestimme ich sie? Wie berichte ich Testergebnisse? Wie nutze ich sie für die Therapieplanung?

Diese und weitere Fragen werden im Seminar bearbeitet. Ein Schwerpunkt besteht in der Vermittlung jenes Grundlagenwissens, das für die Bewertung der Qualität eines Tests, die Testauswertung und die Interpretation notwendig ist. (Es geht ausdrücklich nicht um die Vorstellung vieler unterschiedlicher Tests.) Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Anwendung von Sprachtests: Welche Arten von Sprachtestaufgaben gibt es? Welche Stolperfallen gibt es jeweils und wie kann ich sie umgehen? Anhand von Videobeispielen und praktischen Übungen wird erarbeitet, was bei der Durchführung im Einzelnen zu beachten ist, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten.

» Nehmen Sie Kontakt mit der Ansprechpartnerin auf

IQ-Test-Ergebnisse: Was steckt dahinter? Wie kann man sie nutzen?

„Intelligenz, kognitive Entwicklung, IQ-Werte, Entwicklungsquotienten“… In fast jedem Befund oder Entwicklungsbericht werden diese Begriffe verwendet. Für Nicht-Psychologen ist es nicht leicht, durch den Dschungel der Fremdwörter, Zahlen und Testverfahren zum wesentlichen Kern der Aussagen durchzudringen. Viele Fragen stellen sich:

  • Was messen die Psychologen eigentlich in den Tests genau?
  • Wieso gibt es manchmal unterschiedliche IQs bei demselben Kind?
  • Wie sind die Testergebnisse zu interpretieren?
  • Was nützt mir so ein „Wert“ für die Therapie?

In diesem Seminar werden die Konstrukte „Intelligenz“ und „Kognition“ zunächst auseinandergenomm. Anschließend wird die diagnostische mit der therapeutischen Perspektive verbunden: Sie werden überrascht sein, wie praktisch relevant Testergebnisse sein können, wenn man sie gut versteht.

» Nehmen Sie Kontakt mit der Ansprechpartnerin auf

Aktuelles

Buchkapitel zur Sprachdiagnostik

Mehrsprachige Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen

Die Diagnostik des sprachlichen Entwicklungsstandes ist bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern komplexer als bei einsprachigen. Noch herausfordernder wird die Einschätzung jedoch, wenn das Kind zudem eine kognitive Beeinträchtigung… Weiterlesen …

Kennenlernen und Erproben des LRS Screenings "Laute, Reime, Sprache"

Freie Plätze im Online-Seminar am 19.10.2022

Eines der regelmäßig stattfinden Seminare ist ein "Testleitertraining" zum Würzburger LRS-Screening, mit dem ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Lese-Rechtschreibstörung bei Vorschulkindern festgestellt… Weiterlesen …
alle Beiträge
© 2022 Bielefelder Institut e.V. info@bielefelder-institut.de